Was Sie über das Westernreiten wissen sollten

Im täglichen Betrieb nutzen die Cowboys die Pferde als Arbeitstiere für die Arbeit auf der Ranch oder zum Viehtrieb. Die Reiter sitzen dann zum Teil bis zu 12 Stunden oder mehr im Sattel. Der Cowboy reitet einhändig, das kommt daher, dass er die andere Hand zum Führen eines Lassos braucht.

Beim Westernreiten sind die Pferde so trainiert, dass sie auf jeden kleinen Impuls des Reiters reagieren ohne große Einwirkung des Reiters. Sie reagieren auf kleinste Gewichts- und Schenkelhilfen, daher die einhändige Reitweise der Cowboys.

Es können viele Pferderassen für das Westernreiten ausgebildet werden, aber die bekanntesten Pferderassen beim Westernreiten sind die Quarter-Horses, die Paint-Horses sowie die Appaloosa.

Da der  Reiter oft viele Stunden im Sattel sitzt, ist der typische Westernsattel mit Sattelhorn und breiter Sitzfläche sowie langen bequemen Steigbügeln ausgerüstet.

Da Pferde sehr intelligente Tiere sind, werden Sie auch zum professionellen Westernreiten eingesetzt. Und hier beginnt unser kleiner Einblick in die fünf verschiedenen Kategorien des Westernreitens:
  1. Reining (zügeln)
  2. Cutting
  3. Trail
  4. Pleasure 
  5. Barrel Race


REINING

Das Reining ist in Europa die populärste Disziplin und zugleich die Königsdisziplin für die Dressur im Western-Reitstil. Hier wird ein ziemlich rasanter Reitstil angewandt und diese Disziplin wird im Galopp geritten, gemischt mit Drehungen, Stopps und Rückwärtsgehen.
Rasante Stopps sowie Drehungen auf der Hinterhand sowie fliegende Galoppwechsel gehören ebenfalls dazu.

Um diese Disziplin gut ausführen zu können, brauchen die Pferde spezielle Hufeisen sowie einen geeigneten Boden.
Freestyle Reining – es ist mit einer Kür zu vergleichen und kann auch ohne Sattel und Zaumzeug geritten werden. Musik und Manöver sind vom Reiter selbst ausgesucht.
 


CUTTING

Hierbei handelt es sich um Disziplinen, in denen mit Rindern gearbeitet wird. Die Disziplinen heißen Cutting, Working Cowhorse , Team Penning und Ranch Sorting.

Cutting gehört zu den teuersten Disziplinen für den Reiter, denn hier wird mit Cutting-Maschinen (einer mechanischen Kuh) gearbeitet. Weiterhin muss dem Reiter auch eine ganze Rinderherde zur Verfügung stehen, um im Training zu bleiben.  

Working Cowhorse ist eine Rinderdisziplin, die in zwei Teilen geritten wir. Wie der Name schon sagt, müssen Reiter und Pferd ihr Können an der Führung des Rindes beweisen.

Team Penning bedeutet, dass drei Reiter (also das Team) innerhalb eines vorgegebenen Zeitlimits bis zu drei Rinder, die farblich markiert sind, aus der Herde aussondern und in einen Pferch sperren müssen.

Ranch Sorting ist dem Penning ähnlich. Nur hier werden 10 Rinder mit Sprühfarbe mit den Nummern 1 – 10 markiert. Der Sprecher ruft nun eine beliebige Reihenfolge von Zahlen auf. Und in genau dieser vorgegebenen Reihenfolge müssen die Rinder in den Pen (ein eingezäuntes Gebiet) getrieben werden.
 


TRAIL

Beim Trail werden Geschicklichkeitsaufgaben gefordert, wie sie in der täglichen Arbeit mit den Pferden benötigt werden. Wie zum Beispiel durch Weidetore gehen ohne Absitzen oder überqueren von Holzbrücken, Rückwärtsreiten bzw. Rückwärtsrichten, Seitgänge usw.

Hier kommt es auf das Zusammenspiel und das Vertrauen zwischen Reiter und Pferd an. Die Pferde müssen ruhig und selbständig –ohne große Einwirkung des Reiters – durch Hindernisse bewegt werden. Es werden viele mögliche Situationen simuliert, die beim Ritt durchs Gelände entstehen können. Es müssen zum Beispiel am Boden liegende Stangen ohne Berührung und möglichst angstfrei überquert werden – das simuliert am Boden liegende Baumstämme beim Ritt durchs Gelände.
 


PLEASURE

Beim Western Pleasure reitet man in Gruppen durch das Gelände. Das  Wort Pleasure bedeutet „Vergnügen“ und genau so soll es sein. Hier wird bei Prüfungen durch einen Richter angegeben, was die Reiter tun müssen.
Es werden drei Gangarten gefordert:
  • Schritt
  • Trab
  • Galopp sowie das Rückwärtsgehen (Rückwärtsrichten in der Fachsprache)
Pleasure-Prüfungen verlangen von Reiter und Pferd ein Höchstmaß an Konzentration. Es soll fein aussehen, mühelos und die Übergänge der einzelnen Gangarten sollten exakt ausgeführt werden. Hier wird natürlich das Gesamtbild von Reiter und Pferd bewertet. Nur so kann es auf den Zuschauer nahezu mühelos und ohne viel Anstrengung wirken.
 


Was Sie vielleicht noch wissen sollten:

Auch Corinna Schumacher – Frau von Formel 1 Legende Michael Schumacher – hat seit langem die Leidenschaft fürs Westernreiten für sich entdeckt. Corinna Schumacher ist Reiterhofbesitzerin und richtet jedes Jahr ein Westernreit – Turnier auf ihrer Schweizerischen  „CS Ranch“ in Givins aus.
In diesem Jahr saß sie erstmals nach dem tragischen Unfall ihres Mannes wieder im Sattel. Sie machte wie immer eine gute Figur auf Ihrem Pferd La Bigia Sailor.

Und wie soll es anders sein …während ihr 16jähriger Sohn Mick in die Fußstapfen seinen Vaters tritt, so hat die Tochter Gina (18 Jahre) ebenfalls die Leidenschaft für das Westernreiten entdeckt.
In der Disziplin „Reining“ ist  Gina bereits die Weltganglisten Erste der Juroren und kämpf nun um den Weltmeistertitel.
Man kann also sagen, dass die beiden Schumacher Cowgirls – die übrigens in ihrem Westernoutfit toll aussehen – den Männern in der  Familie in nichts nachstehen.
 

Update 16.11.2015
Westernreiten - WM 2016 geht an die Ranch von Corinna und Michael Schumacher

Der Weltverband hat die WM 2016 vergeben. Corinna Schumacher darf die WM 2016 auf der Schuhmacher-Ranch austragen.
Die Entscheidung, hat der Weltverband in Sao Paulo getroffen.
Die Elite im Westernreiten, trifft sich im August im schweizerischen Givrins auf der Schumacher-Ranch.

* inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten